Ich habe es satt: Die ganze Plastikflut

Seit diesem Jahr dürfen Plastiktragetaschen beim Einkaufen nicht mehr kostenlos an der Kasse herausgegeben werden. Die EU will die Umwelt besser vor Plastikmüll schützen. Und, oooh, wie habe ich mich gefreut. Endlich jemand der mitdenkt. Doch, weit gefehlt. Denn nun ist Plastik auch überall da, wo es vorher noch nicht war.

Plastik ist nicht nur gefährlich für Mensch und Umwelt – nicht zuletzt wegen seiner verdammten Langlebigkeit. Bis zu 450 Jahre braucht es, bis es endgültig zersetzt ist. Und selbst dann wird vermutlich noch so viel im Meer, in der Erde und im Menschen sein, dass es gefährlich wird.

Wann wird es der Mensch endlich lernen? Das Plastiktütenverbot ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch hier müssen wir alle umdenken. Denn jetzt, wo es Tüten nur gegen Geld geben soll, sind sämtliche Obst und Gemüsesorten im Supermarkt eben einzeln eingepackt. Frische soll gewährleisteter sein. Zu kompliziert soll es sein, beim Kassieren zu unterscheiden oder einen Betrug zu vermeiden. Doch wer betrügt hier wen? Wieso war es vorher möglich?

Und nicht alleine Tüten sind das Problem. Was ist mit Plastikbechern, PET-Flaschen, Verpackungen oder dem bereits seit Jahrzehnten vorhandenen Mikroplastik. Das ist bereits im Grundwasser und in allem, was wir essen. Wo soll das hinführen? Und das alles nur, weil mit Plastik einfacher eingepackt werden kann? Wirklich? Oder weil Gemüse in Plastik frischer bleibt? Stimmt das? Oder nur weil Plastikflaschen leichter sind als Glasflaschen? Nicht wirklich.

Netzfundstück I

Ich sehe ein, dass es nicht ganz einfach ist, daran zu denken, seine eigene (Mehrweg-)Tragetasche mit in den Supermarkt zu nehmen, wenn man sogar manchmal vergisst, was man überhaupt einkaufen wollte. Ich kenne das zu gut. Doch gehört es sich, Bio-Gurken einzeln in Plastik zu verschweißen, wo der Plastikmüll schwerwiegender ist, als es das Biogut wieder wett macht? Wie einfach ist es, sich beim Einkauf nach regionales und vor allem saisonales Gemüse zu orientieren. Wer braucht schon frische Himbeeren aus Spanien im Januar? Selbstverständlich kann sich nicht jeder glücklich schätzen, einen eigenen Garten zu haben. Oder auch nur einen Balkon. Selbstangebaute oder auch „nur“ selbsteingemachte Sommerfrüchten schmecken im Winter doppelt gut. Und wenn es nur ein Glas Himbeermarmelade ist, dass einen kalten Wintermorgen versüßt.

Wir müssen im Kleinen anfangen umzudenken!

Es sollte doch in unser aller Interesse sein, unseren Müll soweit es irgendwie möglich ist einzugrenzen. Wie wäre es zudem, wenn der scheinbar unvermeidbare Müll in dem Land entsorgt wird, in dem er anfällt. Anstelle in nach Übersee zu schaffen. Das ist doch auch nur wieder eine schamlose Art, Probleme auf andere abzuwälzen.

Wenn wir nichts unternehmen, dann wird der stetig wachsende Plastikkontinent in den Ozeanen (externer Link) sicher irgendwann überall uns den Urlaub vermiesen. Oder wir verzichten einfach auf leichte Plastikflaschen, auf Einwegbecher für den morgendlichen Kaffee und investieren gleich in eine wiederverwendbare Einkaufstasche. Denn was bedeutet mehr Sinnlosigkeit als eine labbige Einkaufstüte, die durchschnittlich 25 Minuten genutzt wird, um dann 450 Jahre abgebaut zu werden.

Netzfundstück II

2 Kommentare

  1. Ja, ich stimme Dir vollkommen zu. Dass Bioware in Plastik verpackt wird, ist richtig enttäuschend. Und der Text mit dem Plastikbecher stimmt absolut – welch ein Irrsinn. Wohin man schaut : Plastik. Es ist geradezu gruselig… Aber man kommt quasi im normalen Leben nicht daran vorbei, man kann nur versuchen, möglichst wenig davon zu verwenden – aber immerhin …! LG Birthe 🙂


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