Ich habe es satt: Gechiptes Gen-Gemüse und der Kontrollwahn

Einheitliches Saatgut ist ihnen lieb – aus einer Hand. Gechiptes, registriertes und lizensiertes Gemüse, genetisch manipuliert, kontrolliert „gesund“ gezüchtet. Momentan ist Monsanto in aller Munde. Doch zu den tatsächlichen Fakten reihen sich jede Menge Verschwörungstheorien. Ich hab mich mal schlau gemacht. Und bin schockiert.

Firmen wie Monsanto sind gewinnorientiert. Und scheinbar zählt auch nicht anderes. Sie suggerieren auch dem kleinsten Landwirten, der die Drecksarbeit für sie macht, dass mit Gen-Mais, Gen-Raps oder Gen-Soja und eine mehrfache Behandlung jährlich mit den höchst schädlichen, aber dafür firmeneigenen Unkrautvernichtungsmitteln Glyphosat und Round up sogar die ganze Welt ernährt werden könne. Doch gibt es nicht auch einen anderen Weg? Kann Bauer Karl-Seppl aus Klein-Hinteroberuntertupfing wirklich mit Gentechnik und Glyphosat die Welt ernähren? Fehlt ihm dazu vielleicht nicht einfach das Chemie-Wissen? Kann er dabei vielleicht auch einfach auf andere Mittel zugreifen? Doch so einfach scheint das nicht zu sein, denn dann hat er die Rechnung ohne Monsanto gemacht.

Mir ist es nun schon mehrfach passiert: Ich gehe eine meiner angestammten Gassirunden mit meinem Hund. Idyllisch durch Wälder, Wiesen und Felder. Und plötzlich wird der Hals trocken, meine Lungen kratzen, der Husten wird heftig. Spätestens bei der Kopfschmerzattacke, drehe ich um und laufe heim. Und auf dem Heimweg kommt mir Bauer Karl-Seppl auf seinem Supertraktor entgegen. Bilde ich es mir ein, oder sieht er etwas blass aus?

Monsanto bietet „gesund-gezüchtetes“ Saatgut und Gemüse, die einzig durch die Behandlung von Glyphosat unkrautfrei zu halten ist. Von Gen-eration zu Gen-eration wird das Saatgut auf Monsanto eigene Mittel trainiert, sodass auch wirklich nur diese gegen das verhasste Unkraut (warum eigentlich verhasst?) wirkt. Glyphosat ist bereits in nachweisbaren Mengen in jedem von uns – und mögen wir uns noch so denkbar gesund ernähren.

Und wenn auch bereits die Bei- und Unkräuter resistent gegen Glyphosat sind, wird einfach mal wieder die eingesetzte Menge erhöht. Doch konfrontiert man Monsanto damit, wird man auf ihre Broschüre hingewiesen, die alle Verschwörungstheorien lächelnd beseitigt oder aber von der PR-Abteilung gnadenlos niedergeknüppelt.

Auch ich als Hobby-Gärtnerin habe mich anfangs schon gelegentlich gewundert, dass selbst gesammeltes Saatgut von einer Tomate zu derart neuen Pflanzen führte, die der Mutterpflanze nicht mal ähnlich sahen. Oder eben gar nicht angingen. Ist das Absicht? Kontrolliertes Saatgut ist gewünscht. Das sind die Tütchen, die in jedem Baumarkt käuflich zu erwerben sind. Saatgut, was –größtenteils- nicht mehr weitervermehrt werden kann. Denn das sollte, so die Einstellung der Großkonzerne, tunlichst unterbunden werden. Führt es sie ja nicht zu mehr Gewinn. Schlimmer noch. Es wird so hingestellt, als sei nur kontrolliertes Saatgut gut für uns.

Noch schlimmer. In anderen Ländern, wie Indien, verschenkt Monsanto kostenlos Saatgut, wie von der Baumwolle. Der nicht wissende Bauer riskiert damit jedoch seine kommende Ernte. Denn erntet er wiederum das Saatgut und will es vermehren, keimt es nicht. Für so manchen Bauer ist das nicht nur der wirtschaftliche Ruin. Doch kann der Kleinbauer so gut von der Großindustrie abhängig gemacht werden.

Ganz ehrlich? Das, ach so gut, kontrollierte Saatgut führte bei mir selten zu Erfolg. Ich sammle lieber selber, tausche oder kaufe beim Bio-Versand. Da komm ich mir doch irgendwie vor, wie ein kleiner Garten-Rebell. Ich lasse mir nicht vorschreiben, welche Einheitspflanze ich wie, wo, wann anbaue.

 

Ich weiß, es ist schwer, Monsanto-Produkten aus dem Weg zu gehen, stecken ihre Inhalte und Macht doch quasi überall – in allen großen Marken und Firmen, eben nicht nur im Saatgut. Alternativen gibt es genug. Glaubt mir, es funktioniert doch recht einfach – mit ein bisschen Umdenkvermögen.

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