Teil 2: Über die Wüste in der Flasche – Der Aufbau

Ich bastele mir einen Wüsten-Flaschengarten.

Meine Überlegungen, welche Pflanzen überhaupt in den Flaschengarten einziehen können, waren neben Größe und Wachstumsumfang, beziehungsweise ihre bevorzugten Vorkommen, auf die Ähnlichkeit untereinander im Standort, Anordnung (wegen Schattenwurf/Sonneneinfall) bezogen.
So entschied ich mich für eine Aloe-Hybride, eine Drachenfrucht und einen Strohblumenkaktus, die alle ähnlich sind was Standort, Temperaturverträglichkeit und Wasserbedarf betrifft.
Ich war sehr bemüht, die besten Bedingungen einzuhalten. Jedoch mussten selbstverständlich auch die Umstände, wie eventuelle, jahrzeittypische Kälteeinbrüche und Hitzewellen bedacht werden, um letztendlich ein gutes Ergebnis zu erlangen.
Auf das bewusste Einsetzen von Tieren in meinen Flaschengarten habe ich verzichtet. Jedoch sind Insekten und Kleinstlebewesen nicht auszuschließen.

Als Wüste bezeichnet die Gebiete der Erde, die durch Vegetationsarmut oder -losigkeit gekennzeichnet sind. Die Vegetation bedeckt in Wüsten weniger als fünf Prozent der Oberfläche.
Wüsten entstehen durch fehlende Wärme, sogenannte Kälte- und Eiswüsten, oder durch Überweidung oder Wassermangel, bekannt als Trocken- und Hitzewüste.
Wegen den extrem physisch-geographischen Bedingungen, die in diesen Wildnisgebieten herrschen, zählen Wüsten als Anökumene.
Lediglich etwa ein Viertel aller Wüstenflächen sind überhaupt bewachsen. Die vorhandene Vegetation wird durch angepasste Sträucher, Gräser und Bäume (Trockenpflanzen [Xerophyten], Salzpflanzen [Halophyten]) bestimmt.
Die tägliche Temperaturschwankung in beispielsweise Trockenwüsten fallen teils, abhängig von Meeresentfernung und Jahreszeit, recht stark aus. Wegen der schlechten Wärmeleitung des luftdurchsetzten, quarzhaltigen Wüstenbodens erhitzt sich der Boden nur oberflächlich.
Durch die nur geringe Wolkenbildung dringt tagsüber Wärmestrahlung ungehindert zu Boden und erhitzt diesen stark (bis zu 70 Grad). Die erwärmte Luft entweicht nachts genauso ungehindert wieder in die Atmosphäre und auch die Wärmestrahlung des Bodens wird nicht zurückgehalten. Das führt dazu, dass nach Untergehen der Sonne es schnell bis zu null Grad kalt werden kann.
Aufgrund der schnellen und starken Abkühlung wird bodennah ein Taupunkt erreicht. Pflanzen und andere Lebewesen können dann von den gebildeten Tautropfen leben.
Wegen der enormen Temperaturschwankungen wird auch die Verwitterung der Wüste stark gefördert. Unmengen an Staub gehen auf sie nieder. Der Staub enthält verschiedene Bestandteile aus dem Gesteinsschutt, mit dem er sich mengt. Die dadurch resultierende chemische Veränderung, Auslaugung und Erosion sorgt für die dunkle, dünne Patina auf vielen Wüstengesteinsflächen, sogenannter Wüstenlack, und wird mit der Ausblasung des Feinmaterials zwischen den Steinen durch den Wind erklärt. Unter der Oberfläche kann der Feinboden auf Schichten beruhen, die sich aus löslichen, in den Unterboden geschwemmten Salzen gebildet haben.

Skizze Flaschengarten

Um den Anforderungen meiner drei ausgewählten Pflanzen im Flaschengarten gerecht zu werden, entschied ich mich für eine Kreuzung aus Kies- und Halbwüste.
Kieswüsten entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten oder aber durch die Ablagerung von Kies im Vorfeld von Gletschern.
Halbwüsten stellen eine Landschaftszone dar, die geringfügig feuchter ist als Vollwüste, aber immer noch trockener als Dornsavanne. Die Vegetation dort besteht aus xeromorphen Pflanzen, aus Halb- und Zwergsträuchern mit ledrigen Blättern, aus harten Büschelgräsern, Sukkulenten und oft auch aus Salzpflanzen.


weiter zu Teil 3: Portrait der Versuchspflanzen

Merken

Ich freue mich, wenn Ihr mir einen Kommentar hinterlasst!